Im Produktdesign geht es um Funktionalität und Ästhetik. Häufig gehen diese Hand in Hand. Doch an einigen Gebrauchsgegenständen überwiegt die Ästhetik, während andere rein auf ihre Funktion beschränkt sind. Lasst uns heute also über Zweckform und Schmuckform sprechen!
Zweckform und Schmuckform in unserem Alltag
Starten wir mit einem Alltagsbeispiel: Schau dir deine Turnschuhe einmal genauer an. Welche Elemente haben rein dekorativen Charakter? Gibt es Ziernähte? Haben die Schuhe ausgefallene Farben? Ist vielleicht ein Markenlogo zu sehen? Sind dekorative Elemente aufgedruckt oder eingewebt? Sind vielleicht sogar Pailletten, Glitzersteine oder Nieten verarbeitet?
Nun stell dir vor, man würde all diese dekorativen Elemente von deinen Turnschuhen entfernen. Wären sie noch funktionstüchtig? Ja! Du könntest immer noch in ihnen laufen. Aber würdest du sie tatsächlich weiterhin tragen wollen?
Die Form eines Gebrauchsgegenstandes wird in der Regel von seiner Funktion bestimmt. Dies nennen wir „Zweckform“. (Im Englischen sagt man „form follows function“.) Zusätzlich kann ein Gegenstand Gestaltungselemente enthalten, die ihn besonders hübsch machen sollen. Dies nennen wir „Schmuckform“. Die Zweckform eines Gegenstandes kann durch die Schmuckform ergänzt oder verändert werden.
Zweckform und Schmuckform kannst du an vielen Alltagsgegenständen beobachten. Schau dir zum Beispiel diese Büroklammern an. Während die eine Büroklammer sowohl in der Farbgebung als auch in der Form auf Ästhetik ausgerichtet ist, ist die andere auf das Wesentliche begrenzt: ihre Funktion.

Bestimmt findest du noch viele weitere Beispiele in deiner Umgebung: Sieh dir deine Schreibutensilien an, schau dir Besteck an oder wirf einen Blick auf unterschiedliche Behälter.
Zweckform und Schmuckform am Beispiel von Kleidung
Dies sind typische Merkmale der Zweckform bei Kleidung: wasserabweisende Materialien (zum Beispiel an deiner Regenjacke), atmungsaktive Stoffe (denke an deine Sportkleidung), stabile
Reißverschlüsse, gut funktionierende Klettverschlüsse, Knöpfe, elastische Bündchen an den Ärmeln, Gürtelschlaufen, usw.
Merkmale der Schmuckform sind hingegen aufgedruckte und eingewebte Elemente, aufgenähte Perlen, Pailletten, Glitzersteine, Nieten, Fransen, Spitze, Ziernähte, Schleifen, aufgedruckte Logos, usw. Aber auch modische (aber unpraktische) Schnitte wie asymmetrische Schnitte, Löcher in Jeans, usw.
Wenn du magst, kannst du ja einmal überlegen, ob dir Merkmale für die Zweckform und die Schmuckform aus den Bereichen Fahrzeug (Auto oder Fahrrad) oder Möbel einfallen.
Entwerfen wie ein Designer
Das war eine Menge Theorie! Vielleicht hast du nun Lust bekommen, die Sache praktisch anzugehen. Suche dir dazu einen Gebrauchsgegenstand deiner Wahl aus. Zeichne oder modelliere ihn einmal so, dass die reine Funktion im Vordergrund steht, und einmal so, dass die Ästhetik im Vordergrund steht. Achte darauf, dass der Unterschied gut zum Ausdruck kommt. Ich wünsche dir viel Spaß dabei!
Unterrichtsmaterial zu diesem Thema
Für alle Lehrkräfte habe ich dieses Thema auch in Form von Arbeitsblättern für die Schule aufbereitet. Du findest sie auf Eduki in meinem Material „Einführung Funktionalität und Ästhetik im Bereich Design“. Ich wünsche dir viel Freude damit!
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