Wir leben im Überfluss. Jeder von uns besitzt viel mehr als er eigentlich zum Leben benötigt. Dies trifft auch schon auf unsere Kinder zu: Der Kleiderschrank ist voll, die Lebensmittelauswahl gigantisch und in der ganzen Wohnung liegt Spielzeug herum. Sehr viel Spielzeug! Heute möchte ich euch berichten, wie wir durch die Reduktion von Spielzeug zu mehr Klarheit in der Wohnung und zu einem kreativeren Spiel des Kindes gefunden haben.

Das Spielzeug rotieren lassen

Es begann schon sehr früh: Als unsere Tochter krabbeln lernte, lagen plötzlich überall Spielsachen herum. Irgendwann wurde es mir zu viel. Ich sortierte aus: Die weniger interessanten Spielsachen ließ ich in einem Schrank verschwinden. Nur die drei bis fünf beliebtesten Sachen durften bleiben. Und siehe da: Es war okay für meine Tochter.

Statt der Fülle setzte ich von nun an auf ein rotierendes System. Das heißt, ich sortierte langweilig gewordene Spielsachen zeitnah aus und bot stattdessen andere Sachen aus meinem Schrank an, die sie länger nicht gesehen hatte. Zur Auflockerung erstellte ich ihr gelegentlich Spielsachen aus Alltagsgegenständen (z.B. indem ich unterschiedliche Materialien in Flaschen füllte).

Eine reizärmere Umgebung sorgt automatisch dafür, dass das Kind weniger schnell abgelenkt wird. Es erhält damit die Gelegenheit sich ausgiebig mit einer Sache zu beschäftigen und diese wirklich detailliert zu erforschen. Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass ein Puzzle konzentriert zu Ende geführt wird oder dass beim Spiel mit den Bauklötzen kompliziertere Gebäude entstehen.

Spielsachen neu kombinieren

Als meine Tochter etwas älter wurde, hatte sie ein eigenes Spielzeugregal, auf dem ich die unterschiedlichen Spielsachen drapierte. Weiterhin gab ich ihr nur eine geringe Auswahl von vielleicht sechs unterschiedlichen Spielzeugen. Ich tauschte die Sachen regelmäßig aus, so dass keine Langeweile aufkam. Dabei wurde ich auch selber kreativer: Ich erkannte, dass man auch durch die Reduktion einzelner scheinbar zusammengehöriger Spielsachen neue Anregungen schaffen kann.

Nehmen wir das Beispiel der Bauklötze. Die große Kiste voller Bauklötze schien sie nicht zu interessieren. Oder überforderte es sie bloß? Ich nahm etwa zwanzig Bauklötze heraus. Und zwar ausschließlich blaue Klötze! Dieses reduzierte Angebot nahm sie gerne an. Eine Woche später gab ich ihr nur gelbe Bauklötze und wieder eine Woche später fand sie nur würfelförmige Bauklötze. Aus diesen Würfeln konnte man schöne Türme bauen, aber auch gleichmäßige Reihen legen.

Dieser Trick funktioniert übrigens auch anders herum: Wenn wir von zwei nicht zusammengehörigen Spielsachen jeweils einen Teil nehmen und diese beiden Teile miteinander kombinieren, so ergeben sich wiederum ganz neue Spielideen! So nahm ich beispielsweise große Holzperlen aus dem einen Spielzeug und stellte sie meiner Tochter zusammen mit Holzröhren eines anderen Spielzeuges auf ihr Regal. Einige Perlen passten durch die Röhren. Andere Perlen konnte man auf die Holzröhren legen, wenn man diese aufrecht hinstellte. Ein kreatives Spiel begann…

Viele gewöhnliche Spielsachen lassen sich auch mit Alltagsgegenständen oder sogar Abfall kombinieren. Denke zum Beispiel an:

  • Klopapierrollen
  • Knöpfe (Achtung Kleinteile! Erstickungsgefahr für Kleinkinder!)
  • Löffel
  • unterschiedliche Gefäße aus der Küche
  • Wäscheklammern
  • Filmdosen
  • Kastanien
  • Eierkartons
  • Spiegel
  • Pappkartons

Fazit zur Reduktion von Spielzeug

Uns hat die Reduktion des Spielzeuges sehr gut getan!

Für mich gab es weniger aufzuräumen. Die Räume wirkten ordentlicher, klarer und strukturierter. Meine Tochter war zufrieden mit dem geringeren Angebot und freute sich in der Regel sehr, wenn sie etwas Neues auf ihrem Regal entdeckte (was ja spätestens einmal pro Woche geschah). Ihr Spiel wurde ausdauernder, kreativer und zufriedener. Ich kann es also nur empfehlen!

Wie sind eure Erfahrungen mit der Reduktion von Spielzeug? Erzählt doch mal. Ich freue mich auf eure Kommentare!

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